Ein melancholischer Lebemann, ein verzweifelter Glücksjäger, ein einsamer Erotomane - so erscheint Oscar A. H. Schmitz in seinen Aufzeichnungen. Der zweite Band der großen Tagebuch-Edition verbindet die Bekenntnisse eines Verführers mit großartigen Reise-Impressionen. - Januar 1907: Das Pariser Abenteuer liegt hinter ihm, genauso wie zwei gescheiterte Ehen. Die Münchner Boheme stößt ihn ab. In Wien begegnet Schmitz Peter Altenberg, Alfred Polgar, Hugo von Hofmannsthal, er verbringt die Abende mit Stefan Zweig und hat einen Termin bei Sigmund Freud. Doch den Lebemann treibt die Sucht nach einem rauschhaften Leben fort. Immer exotischer werden die Reiseziele: Spanien, Algerien, Marokko, die Kanarischen Inseln, eine Fahrt auf dem Nil, Jerusalem, Jericho, Haifa und Damaskus. Die Impressionen sind durchsetzt von sexuellen Obsessionen. Endlich scheint er die große Liebe zu finden. Doch schon bald ist der rastlose Don Juan wieder allein. Er begibt sich auf die gefährlichste Reise - die zum eigenen Ich. Und das liegt im Land der Dämonen.
Über den Autor
Oscar A. H. Schmitz, (1873-1931), Erzähler, Dramatiker und Essayist, lebte u. a. in München, Berlin, Paris und Salzburg und hielt sich längere Zeit in Italien, Spanien, Marokko und Ägypten auf. Werke (Auswahl): Haschisch (1902); Don Juan, Casanova und andere erotische Charaktere (1906); Das andere Ich. Drei Erlebnisse (1910); Brevier für Weltleute (1911); Wenn wir Frauen erwachen ... Ein Sittenroman aus dem neuen Deutschland (1913); Die Geister des Hauses. Jugenderinnerungen (1925); Dämon Welt. Jahre der Entwicklung (1926); Ergo sum. Jahre des Reifens (1927). Der Herausgeber: Wolfgang Martynkewicz, geb. 1955, freier Autor und Dozent für Literaturwissenschaft an den Universitäten Bamberg und Bayreuth. Zahlreiche Publikationen zur Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts und zur Geschichte der Psychoanalyse; u. a. Bücher über Georg Groddeck, C. G. Jung, Arno Schmidt, Jane Austen, Edgar Allan.
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