Die Arbeiten von Frank Thiel sind eine einzigartige Reflexion über die Stadtlandschaft Berlins, diesen städtebaulich-geistigen Flickenteppich des 20. Jahrhunderts. Er beschreibt eine Architektur des Übergangs, die Herausbildung eines neuen politischen Raums innerhalb urbaner Strukturen. Sein eigentliches Thema ist das Unvollendete, er bevorzugt den Entstehungsprozess gegenüber dem Endresultat, verfolgt konsequent eine Ästhetik des Vergänglichen, der Veränderung.Thiels Bilder erscheinen wie Momentaufnahmen, die auf einen größeren Erzählzusammenhang verweisen. Zugleich untersuchen seine Arbeiten immer wieder das Verhältnis von Fotografie zu Malerei und Skulptur. Thiels besondere Fähigkeit, in seine Fotografien die dialektische Beziehung zwischen Ideologie und Ästhetik einzuschreiben, verhindert dabei jeden Anschein von Sentimentalität. Diese erste große Monografie versammelt alle wichtigen Werkgruppen seit 1995 zu diesem Thema.
Originalverpackter Verlagsrest. Buchpreisbindung aufgehoben.