Hefte aus Kriegszeiten hat Marguerite Duras die vier dichtbeschriebenen Schulhefte genannt, die sie lange Zeit in ihrem legendären »blauen Schrank« aufbewahrte. Die Aufzeichnungen aus den Jahren 1943 bis 1949, vom Beginn ihrer schriftstellerischen Laufbahn, sind von ganz eigenem Reiz. Hier finden sich bereits die zentralen Themen ihres Lebens und späteren Werks: Kindheit und Jugend in Indochina; die ambivalente Beziehung zur Mutter und zu den beiden Brüdern; die Beziehung zu einem Vietnamesen, die sie später in ihrem berühmtesten Roman, Der Liebhaber, gestaltet. Marguerite Duras protokolliert das qualvolle Warten auf ihren in Buchenwald internierten Mann, Robert Antelme, dessen Rückkehr, die Trennung von ihm, erzählt von ihrem Engagement in der Résistance, vom Tod ihres ersten Kindes, der Geburt des Sohnes Jean.
Mit dieser Edition ist die große Schriftstellerin Marguerite Duras neu zu entdecken: für jene, die mit ihrem Werk vertraut sind, ebenso wie für jene, denen es noch unbekannt ist. In den Heften aus Kriegszeiten sind die Beweggründe ihrer Arbeit, die privaten, politischen und intellektuellen, offengelegt. Der Leser kann der Autorin beim Schreiben zusehen, ihre Lebensumstände kennenlernen, sich die gesellschaftlichen Konflikte vor Augen führen. Zusätzlich enthält dieser Band bisher unveröffentlichte frühe Erzählungen – eine Sensation für sich.
Verlagsremittende mit Mängelungsstempel am unteren Buchschnitt und Lagerspuren am Cover - inhaltlich unversehrt