Der Oskar Schindler von Nanking
Der deutsche Kaufmann John Rabe (18821950) half in den Jahren 1937/38 unter Einsatz seines Lebens, 250.000 Chinesen in Nanking vor den Massakern der japanischen Besatzer zu retten. Seine von Erwin Wickert herausgegebenen und kommentierten Tagebücher aus dieser Zeit beschreiben den verzweifelten Einsatz für die bedrohten Zivilisten. Die Verfilmung der Geschichte des »guten Nazis« mit Ulrich Tukur in der Hauptrolle kommt Anfang 2009 in die Kinos.
Wochenlang zogen im Winter 1937/38 japanische Soldaten plündernd durch die damalige chinesische Hauptstadt Nanking (Nanjing), vergewaltigten Frauen und Mädchen und töteten jeden, der Widerstand leistete. Wenig bekannt ist, dass es auch Menschen gab, die mit verzweifeltem Einsatz für das Leben von Zivilisten kämpften an ihrer Spitze der deutsche Kaufmann John Rabe, Leiter einer Siemens-Vertretung und NSDAP-Mitglied. Er richtete eine Sicherheitszone ein, in der zeitweilig 250.000 Menschen Schutz vor den Massakern fanden.
John Rabes Tagebücher, die erst in den neunziger Jahren in Deutschland bekannt wurden, beschreiben die erschütternden Vorgänge in Nanking und viele Einzelschicksale in mitreißenden Schilderungen. Der Chinakenner Erwin Wickert, der John Rabe selbst 1936 in Nanking traf, kommentierte die Tagebücher und stellt John Rabe und dessen mutigen Taten in seinem Nachwort in den historischen Zusammenhang.
Ein herausragendes historisches Dokument
Die Geschichte einer großen Rettungstat
Autorportrait:
Erwin Wickert, geboren 1915 in Bralitz (Mark Brandenburg), hat in Berlin und Heidelberg Kunstgeschichte und Philosophie, in den USA Volkswirtschaft und Politische Wissenschaften studiert. Während des Zweiten Weltkrieges war Wickert im Auswärtigen Dienst (Schanghai und Tokio). Dann lebte er in Heidelberg als Schriftsteller, bis er 1955 wieder in die Diplomatie zurückkehrte.
Neben seinen literarischen Erfolgen gewann Wickert eine zahlreiche Lesergemeinde mit seinem großen Landesportrait "China von innen gesehen" (1982), "Der fremde Osten" (1988) und mit dem ersten Band seiner Erinnerungen "Mut und Übermut" (1991).
Erwin Wickert verstarb am 26. März 2008.
Verlagsremittende mit Mängelungsstempel am unteren Buchschnitt und Lagerspuren am Cover - inhaltlich unversehrt